Die Hundsheimer Berge (Spitzerberg)

Dieses Massiv gehört geologisch bereits zu den Kleinen Karpaten, von denen es durch den Donaudurchbruch getrennt ist. Die Böden entwickeln sich teils aus sauren Glimmerschiefern und Granitgneis, teils aus Kalkstein und schluffig-sandigen Ablagerungen. Die Kämme von des Hundsheimer Bergs und des Spitzerbergs sind nur knapp 500 bzw. 300 Meter hoch. Da die Umgebung gegen Osten aber bereits der pannonischen Tiefebene angehört, stellen diese Erhebungen tatsächlich einen „Höhepunkt“ dar. 

Das Gebiet der Hundsheimer Berge ist deklariertes Naturschutzgebiet, da hier besondere Pflanzenarten gedeihen, die in Österreich und der Europäischen Union einzigartig sind. Die Flora entspricht der osteuropäischen Steppe und bietet teilweise sogar Pflanzenrelikte aus der Eiszeit. Besonders selten sind die hier wachsenden natürlichen Rasen (Trocken- und Halbtrockenrasen), die sich auf geringer Humusauflage bzw. auf dem nackten Fels entwickeln. In Folge sind hier besonders seltene Tierarten, wie der Ziesel, das Große Mausohr (Fledermaus), der Hirschkäfer und verschiedene Falterarten anzutreffen.

Weinreben am Spitzerberg im Herbst © Dorli Muhr
Weinreben am Spitzerberg im Herbst © Dorli Muhr

Reben sind an den nach Süden und Südwesten ausgerichteten Abhängen der Hundsheimer Berge gepflanzt. Die karge Bodenstruktur und die eher geringeren Niederschläge machen diese Weingärten zum „spätesten“ Gebiet in Carnuntum, deshalb werden hier traditionell frühreifende Sorten gepflegt.

Der Spitzerberg ist eine Weinlage, die in den letzten 50 Jahren in Vergessenheit geraten ist, davor aber als eine der besten Rotweinlagen Österreichs bekannt war. Der Berg ist der westlichste Ausläufer der Kleinen Karpaten, besteht im Kern Kalkstein mit äußerst dünner Humusauflage und steht unter Naturschutz. Vor allem unter Biologen und Pflanzenforschern genießt der Spitzerberg besondere Bekanntheit, denn die kargen Boden- und Klimakonditionen sind einzigartig in Mitteleuropa. Die Weingärten wurzeln in den meist schluffigen Sedimenten, die den Kalkstein ummanteln. 

Bei Berg stehen die höchsten Reben auf Granitgneis und Schiefer, in Hundsheim auf Kalkstein, während die unteren Lagen, wie am Soitzerberg, auf Böden aus schluffig-kalkigen Ablagerungen liegen.