Böden und Klima in Carnuntum

Das Weinbaugebiet Carnuntum ist jene Region Niederösterreichs, die sich östlich von Wien und gleichzeitig südlich der Donau erstreckt. Auf drei Hügellandschaften wird hier Weinbau gepflegt: Im Arbesthaler Hügelland, am Leithagebirge und an den Hundsheimer Bergen. 

Kräftige Löss- und karge Kalkböden sowie das kontinental-pannonische Klima mit dem kühlenden Einfluss der Donau und des Neusiedlersees bieten ideale Voraussetzungen für den Weinbau.

Topografische Karte Carnuntum © ÖWM

Das Klima in Carnuntum

Das „Pannonische Klima“ ist eine spezielle Version des Kontinentalen Klimas. Grundsätzlich ist das Zentrum des Kontinentes von sehr heißen Sommern und sehr kalten Wintern geprägt (Ganz anders als in den Küstenländern des Kontinentes, die dank der mäßigenden Wirkung der Meere geringere Temperaturgefälle zwischen Sommer und Winter aufweisen.). Der pannonische Klimaraum inmitten von Zentralaleuropa genießt eine leicht mäßigende Wirkung durch die große Fläche des Neusiedlersees. Carnuntum wiederum hat eine Sonderstellung in diesem Bereich, denn es ist vom Neusiedlersee durch das auslaufende Leithagebirge (= Beginn der Alpen) getrennt, sodass trotz der geringen geographischen Distanz beträchtliche Temperatur- und Niederschlags-Unterschiede zu den Weinbaugebieten rund um den See festgestellt werden können. Darüber hinaus merkt man in Carnuntum stark die kühlende Wirkung der Donau-Auen. Weiters ziehen durch die Brucker Pforte (das ist der Einschnitt zwischen Alpen und Karpaten) warme und trockene Windmassen aus dem Südosten ins Gebiet, die sehr oft aus dem Westen kommende Niederschläge stoppen.

Diese unterschiedlichen Kompenenten führen dazu, dass der Frühling in Carnuntum schon einzieht, während in den österreichischen Alpen noch meterhohe Schneemassen vorherrschen.  So können die Reben schon früh austreiben und eine lange Vegetationsperiode genießen. Während oft im Mai schon erste heiße Temperaturperioden den Start der Weinblüte  beschleunigen, folgen im Frühsommer meist kräftige Niederschläge, die den Reben eine gute Basis für einen extrem trockenen und warmen bis sehr heißen Sommer bieten. Üblicherweise hält die trockene Witterung bis lange in den Herbst an, sodass Carnuntum ideale Voraussetzungen auch für spätreifende Rotweinsorten besitzt.

Die Geologie in Carnuntum

Die wesentlichen geologisch-morphologischen Baueinheiten der Region sind das Leithagebirge im Südwesten, die Hainburger Berge im Nordosten und dazwischen das Wiener Becken, das wiederum die Donau-Niederung, das Arbesthaler Hügelland, die Leitha-Niederung und die Prellenkirchner Flur aufweist. Letztere markiert einen ehemaligen Lauf der Donau und führt über die Brucker Pforte vom Wiener Becken in das Pannonische Becken bzw. in die (Kleine) Ungarische Tiefebene. Die Brucker Pforte wird auch als Übergang von den Alpen, zu denen auch das Leithagebirge gehört, in die Karpaten, deren südwestlichste Ausläufer die Hainburger Berge bilden, angesehen. 

Lange Tradition prägt das Weinbaugebiet Carnuntum. Seit den Kelten wird in dieser fruchtbaren Landschaft Weinbau betrieben. 

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Göttlesbrunn  © Photographie Helmreich

Das Arbesthaler Hügelland

Das Arbesthaler Hügelland ist eine von hügeligen Wellen durchzogene Landschaft, deren nach Süden ausgerichtete Hänge dem Weinbau gewidmet sind.

Weingärten am Spitzerberg  © Dorli Muhr

Die Hundsheimer Berge (Spitzerberg)

Dieses Massiv gehört geologisch bereits zu den Kleinen Karpaten, von denen es durch den Donaudurchbruch getrennt ist.

Das Leithagebirge

Auf sehr lehmigen, schottrigen Böden mit hohem Kalkgehalt wachsen die Rebstöcke an den Abhängen des Leithagebirges.

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