Carnuntiner Weinbau in der Gegenwart

Im 19. Jahrhundert war der Weinbau für die Region Carnuntum bedeutend. Bruck/Leitha war eine bedeutende Wein-Stadt. Bis 1850 waren alle Lagen am Leithagebirge bis hinüber ins burgenländische Jois mit Wein bepflanzt. Dann wurde am „Lagerberg“ der kaiserliche Truppenübungsplatz installiert, dem ein Großteil der Weinanlagen zum Opfer fiel. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg in den 1950er Jahren lag die Weinwirtschaft in Carnuntum darnieder. Der Absatz war sehr gering. Eine Winzergenossenschaft wurde im Raum Prellenkirchen gegründet, um die Produktion aufzufangen. Während im Ackerbau eine immer stärkere Mechanisierung einsetzte und die Ertragssituation immer besser wurde, führte der hohe Arbeitsaufwand im Weinberg bei gleichzeitigem Preisverfall der Weine dazu, dass immer mehr Betriebe die Weinproduktion einstellten. 

In den 1990er Jahren vollzog sich in der österreichischen Weinszene ein enormer Qualitäts- und Imagewandel, doch in Carnuntum blieb es noch eher ruhig. Erst mit dem neuen Rotweinboom -  etwa ab dem Jahr 2000 – zog eine neue Ära auch in die Hügel von Göttlesbrunn, Arbesthal und Höflein ein. Lange Zeit im Schatten der bekannteren Weinbaugebiete gelegen, wurde Carnuntum vom Geheimtipp zum strahlenden Star. Verantwortlich dafür sind die kräftigen Böden, das Mikroklima, das sowohl Dichte als auch Frische garantiert -– und vor allem die dynamischen und hochmotivierten Winzer der Region, die das Potenzial zu nutzen wussten. 

Der Verein der Rubin Carnuntum Weingüter wurde im Jahr 1992 gegründet. Heute zählt die Winzervereinigung rund 40 Mitglieder. Die Rubin Carnuntum Winzer sind bekannt für ihre herausragenden Rotweine und für den einzigartigen Zusammenhalt untereinander.